Haus St. Elisabeth-Adventszeit weckt Erinnerung an die Kindheit

Von unserem Redaktionsmitglied Julia Stempfle
Beelen (gl). Mit viel Fingerspitzengefühlt platziert Anni Tünte den Tannenzweig unter den Huf des hölzernen Esels. „Da fehlt noch etwas mehr Grün“, sagt die Seniorin und lässt sich von Beate Schlichtmann einen weiteren Zweig reichen.
Margret Maibom lacht. „Für die Deko braucht es ein genaues Auge. Wir wollen ja keine kahlen Stellen unterm Weihnachtsbaum“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.
Keine Frage, die Bewohner im Haus St. Elisabeth sind schon seit Tagen in Weihnachtsstimmung. Sie dekorieren mit den Mitar beiter n die Eingangshalle, die Gruppenr äume und ihr e eigenen Zimmer . Sechs Tannenbäume sind nicht nur
hübsch anzusehen, sondern verströmen auch den für die Adventszeit typischen Ger uch von Nadeln und Wald. „ Es soll heimelig sein“, sagt Beate Schlichtmann vom Sozialen Dienst. Zusammen mit ihr en Kollegen ist sie seit dem 1. Advent
damit beschäftigt, die Weihnachtsstimmung ins Haus am Harsewinkeler Damm zu locken. „Das ist wichtig für  die Bewohner“ , betont Schlichtmann. Denn schließlich bekommen die Senioren vom Trubel vor dem Fest wenig mit. „Mobile
Menschen wer den in der Adventszeit permanent mit Weihnachten konfrontiert. Die Städte sind besonders beleuchtet, die Weihnachtsmärkte öffnen, man trifft sich beim Einkauf und spr icht darüber , was zu Heiligabend gekocht wir d.
Dieser  Austausch fehlt unseren Bewohner n komplett“, erklärt Schlichtmann. Deshalb sei es umso wichtiger, mit Angeboten Anreize zu schaffen, damit sich die Senior en einstimmen können.
Eins steht im Haus St. Elisabeth immer im Vordergr und: das persönliche Gespr äch. „Viele Bewohner erinnern sich an Weihnachtsfeste aus ihrer Kindheit und er zählen gern davon – auch dar über, was sich in den ver gangenen Jahrzehnten
verändert hat“ , sagt Schlichtmann. Musik und Lieder rufen Erinner ungen wach, vor allem bei Demenzkranken. „Die kennen jede Liedzeile und singen immer mit“ , weiß Andr eas Weber, kommissarischer Hausleiter, aus Erfahrung. Das
Schöne an der Adventszeit ist, dass fast alle Bewohner gute Erinnerungen mit ihr verbinden. „ Es ist eben eine besondere Zeit, für jede Alter sklasse“, sagt Schlichtmann. „ Man verbringt viel Zeit mit der  Familie, freut sich, ist aufgeregt. Vor
allem nach dem Krieg war  der Festtagsschmaus etwas Außergewöhnliches. Das bleibt einfach in der Erinner ung, weil es mit so vielen Emotionen ver bunden ist“, erklärt Beate Schlichtmann