Seniorin paukt mit jungem Afghanen für Abschluss - Kloster zum heiligen Kreuz

Von unserem Redaktionsmitglied Rita Kleigrewe


Freckenhorst  (gl).  Als  Pflegekraft  soll  er  demnächst  die  Bewohner  im  Kloster  zum  Heiligen  Kreuz  betreuen.  Doch  bevor  Naquinbullah  Tashi  seine  Ausbildung  beginnen  kann,  bekommt  er  erst  einmal  selbst  Unterstützung  von  einer  der
Seniorinnen. Irmgard Steingrube hilft dem jungen Afghanen beim Erlernen der deutschen Sprache.
„Das Beherrschen der Sprache ist die Grundlage für die Flüchtlinge, um sich hier einleben und eine sichere Existenz aufbauen zu können“, ist Monika Abeling sicher. Für die Leiterin des Klosters zum Heiligen Kreuz ist das weit mehr als
eine theoretische Erkenntnis. Sie erlebt in ihrer täglichen Arbeit ganz praktisch, welche Bedeutung gute Sprachkenntnisse haben.
„Den Ausbildungsvertrag für Naquinbullah Tashi habe ich hier unterschriftsfertig liegen“, sagt Abeling. Schon seit einigen Monaten absolviert der 19-jährige Afghane ein Praktikum im Freckenhorster Seniorenheim. Jeden Mittwoch und
an jedem zweiten Wochenende arbeitet er in der Pflege mit. „Bisher haben wir nur gute Resonanz bekommen“, freut sich Pflegedienstleiterin Petra Porz. „Die jungen Leute aus Afghanistan und Syrien stehen Pflegeberufen sehr positiv
gegenüber“, hat Monika Abeling auch bei anderen Praktikanten festgestellt. Weil in ihren Heimatländern die Familienverbände noch stärker seien, sei die Wertschätzung alter Menschen höher, glaubt sie.
„Es ist eine stolze Arbeit, alte Leute zu begleiten“, versichert dann auch Naquinbullah Tashi, der gern eine Ausbildung im Kreuzkloster beginnen würde. Doch dazu muss er den Hauptschulabschluss schaffen, für den er am Paul-SpiegelBerufskolleg büffelt. Zwar spricht der 19-Jährige schon recht gut Deutsch, doch bei Grammatik und Rechtschreibung hapert es noch.
Kein Wunder, schließlich ist der Afghane erst seit zwei Jahren in Deutschland. „Und Deutsch ist eine ziemlich schwere Sprache“, betont Irmgard Steingrube. „Das habe ich jetzt erst wieder richtig gemerkt.“ Einmal in der Woche gibt die
90-Jährige, die viele Jahre als Lehrerin gearbeitet hat und vor gut zwei Jahren aus ihrem Haus in Ostenfelde ins Betreute Wohnen gezogen ist, dem jungen Mann Nachhilfe. „Hauptsächlich machen wir Grammatik und natürlich viel
Rechtschreibung“, sagt sie. Die Leiterin des Seniorenheims hat dafür extra themenbezogene Lehrbücher bestellt, in denen es um die Bereiche Pflege und Gesundheit geht